EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Heiligenhaus von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bahnstation Heiligenhaus

Bau und Streckeneröffnung Die Eröffnung der 6,39 Kilometer langen eingleisigen Teilstrecke der „Niederbergbahn“ zwischen Velbert Hbf und Heiligenhaus war am 1. April 1925. Die 27 Kilometer lange Gesamtstrecke wurde in vier Teilstücken zwischen 1888 und 1926 errichtet und zweigte von der „Prinz-Wilhelm-Eisenbahn“ in Oberdüssel bei Aprath nach Wülfrath ab. Hier verlief die Strecke über eine enge Schleife nach Velbert und danach weiter nach Kettwig-Stausee (heute Essen) ab. Am 1. August 1926 fanden die Feierlichkeiten statt. Am 3. August 1926 wurde die Strecke offiziell von der Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) eröffnet.

Das Empfangsgebäude Heiligenhaus

Die Bauarbeiten für die Errichtung eines Stationsgebäudes wurden im Mai und des Güterschuppens im Juni 1922 ausgeschrieben. Mit der Streckeneröffnung wurde auch das Stationsgebäude in Betrieb genommen. Das zweistöckige, symmetrische Stationsgebäude mit Walmdach und Dachgauben in Seitenlage besaß an Orts- und Gleisseite jeweils einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) mit Ziergiebel (nur dekorativer Giebel, der über den Dachraum ragt). Er besaß ein vorspringendes Eingangsportal, das durch Stützen mit Okuli, hervorgehoben wurde. Ein einstöckiger Anbau im Osten mit flachem Walmdach ergänzte das Bauwerk. Das Gebäude hatte Rechteckfenster, die im Obergeschoss mit Fensterläden ausgestattet wurden. Im Erdgeschoss gab es eine Schalterhalle mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Zugänge zu den Warteräumen, der Bahnhofswirtschaft sowie weiteren Diensträumen. Im Obergeschoss waren Wohnungen entstanden. Die Gleise waren erhöht auf einem Bahndamm verlegt worden, sodass die Reisenden durch einen Personentunnel im Stationsgebäude die Treppenaufgänge zum Außenbahnsteig erreichen konnten. Der Bahnhof verfügte über insgesamt 5 Gleise, wovon ein Gleis zum Fachwerkgüterschuppen sowie ein Gleisanschluss zu den Getreidesilos verlegt wurden. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 27. Mai 1960 stellte die Deutsche Bundesbahn (DB) den Personenverkehr ein. Ende 1960 wurde die Strecke von Heiligenhaus nach Kettwig stillgelegt. Damit war Heiligenhaus ein Kopfbahnhof. 1990 verkaufte die DB das Stationsgebäude an einen Türkisch-Islamischen Kulturverein. Der Güterverkehr wurde 1994 eingestellt. Was hat sich verändert, was ist geblieben Der östliche Gebäudeanbau wurde um ein Stockwerk erhöht und vergrößert. Das Empfangsgebäude wurde denkmalgerecht renoviert und weiß verputzt. Sogar die Dachgauben sind erhalten, was sehr selten bei Sanierungen von alten Bahnhöfen ist. Ferner wurden das Stationsgebäude, der Güterschuppen und die Siloanlage als Gesamtheit zum Denkmal erklärt. Film über die „Niederbergbahn“ auf YouTube
Die Eisenbahn “kam” am 1. April 1925 nach Heiligenhaus. Also 90 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Heiligenhaus hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 8.000 Einwohner (Ende 2020 waren es 26.301 Einwohner).
Bilder Heiligenhaus
Bahnhof um 1934
Luftaufnahme
Bahnhof um 1936
Bahnhof um 1936 Bahnhof um 1934 Planung und Konzession PANORAMA Niederbergbahn Essen-Kettwig Wülfrath-Aprath G leistrasse G mehr zum Thema hier G leistrasse G mehr zum Thema hier