EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Drevenack von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Ende 1871 begann die Cöln- Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME) mit den Bauarbeiten der „Venloer Bahn“ von Haltern am See über die Rheinbrücke bei Wesel (erbaut 1872) und weiter nach Venlo (Niederlande). Am 1. März 1874 ging das 90,2 Kilometer lange Teilstück der Strecke Haltern - Venlo in Betrieb. Die Teilstrecke zwischen Haltern und Hamburg wurde am 1. Juni 1874 in Betrieb genommen. Sie war ein Teilstück der Strecke Wanne- Eickel - Hamburg. Die Gesamtstrecke wurde am 31. Dezember 1874 eröffnet. Die Betriebsstelle wurde am 1. März 1874 in Betrieb genommen. Auch hier errichtete die CME wie üblich, ein provisorisches, einstöckiges Stationsgebäude aus Fachwerk, in dem eine Wohnung für die „Aufsicht“ eingerichtet wurde. Aufgrund der verkauften Fahrkarten entschloss sich die CME zum Bau eines festen Stationsgebäudes.

Das Empfangsgebäude Drevenack

Das Klinkergebäude in Seitenlage besaß einen zweistöckigen, giebelständigen Gebäudeteil mit einem westlichen einstöckigen, mit einem Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) versehenen, traufenständigen Anbau. Ein Güterschuppenanbau mit Seitenrampen im Osten vervollständigten das Gesamtgebäude. Das Erdgeschoss besaß Rundbogenfenster mit tiefen Fensterbänken im Obergeschoss waren Segmentbogenfenster um im Mezzanin Rechteckfenster verbaut worden. Unter den Rundbogenfenstern befanden sich jeweils fünf quadratische Terrakottaplatten mit einer mittleren Rosette, die von vier Eichenblättern umrahmt wurden. Ein Gurtgesims (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) trennte optisch die Stockwerke. In beiden Giebeln des mittleren Gebäudeteils waren Bahnhofsuhren eingelassen worden. Der Anbaugiebel verfügte nur über ein Doppelfenster im Mezzanin. Der giebelständige Gebäudeteil besaß an den seitlichen Fassaden jeweils ein Radfenster (rundes Fenster). Unweit des Stationsgebäudes waren Wohnhäuser und ein Abtrittsgebäude entstanden. Zunächst bestand die Gleisanlage aus zwei Haupt- und zwei Ladegleisen mit Kopf- und Laderampe. In jedem Bahnhofskopf gab es eine Schrankenanlage mit Bahnwärterposten. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse IV.

Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen

1877 wandelte man die Bahnwärterposten in Stellwerke um. 1893 wurde die linke Ausfahrt nach Haltern umgebaut. Damit wurde das Gleis 1 zum Hauptgleis. 1914 verlegte man das zweite Streckengleis, an dem ein Überholgleis abzweigte. Die Stellwerke wurden durch neue ersetzt. bis 1927 hieß der Bahnhof Peddenberg. 1930 benannte die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) den Bahnhof in Drevenack um. 1948 wurde das zweite Streckengleis zwischen Wesel und Drevenack sowie ein Überholgleis zurückgebaut. 1953 stufte die Deutsche Bundesbahn (DB) die Strecke zur Nebenbahn zurück und deinstallierte die Signalanlagen. 1959 wurde das Stellwerk im Westkopf stillgelegt und später abgerissen. Am 30. September 1962 wurde der Personenverkehr von der DB eingestellt und das Stellwerk im Ostkopf aus dem Betrieb genommen. 1974 stellte die DB den Güterverkehr ein und legte den Streckenabschnitt Haltern - Wesel - Venlo still. Der Bahnhof wurde stillgelegt. 1988 verkaufte die DB das Stationsgebäude an einen Handwerksbetrieb, der das Gebäude bis Ende 2015 laufend instand setzte und es in einem guten Zustand erhielt. 2016 stand das Gebäude erneut zum Verkauf.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude wurde durch den Käufer im Zustand von 1988 erhalten. Es steht unter Denkmalschutz.
Bahnhof um 1912
Luftaufnahme
Bilder Peddenberg
Bahnhof um 1912 PANORAMA Planung und Konzession
Die Eisenbahn “kam” am 1. März 1874 nach Peddenberg Also 39 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Peddenberg hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2020 waren es 13.596 Einwohner). 1975 wurde Drevenack nach Hünxe eingemeindet.
Haltern - Venlo Haltern am See Geldern

Bahnstation Drevenack