EINE DOKUMENTATION
Panorama Hösbach © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 1. Oktober 1854 wurde die 105,7 Kilometer lange Strecke von Würzburg nach Aschaffenburg (Ludwigs-West-Bahn) von den Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt besaß Hösbach noch keinen Bahnanschluss. Das Hösbach überhaupt einen Bahnhof erhielt, war dem nahen Kalkwerk zu verdanken. Er lag auf „freiem Feld“ und ging am 1. August 1881 in Betrieb.

Das Empfangsgebäude Hösbach

Das traufenständige, dreistöckige Mittelgebäude besaß auf beiden Seiten jeweils einen einstöckigen Anbau. Die Gebäudeteile waren aus roten Sandsteinquadern errichtet und hatten flache Walmdächer. Das Gebäude war ein Typenbau und verfügte auf allen Stockwerken über Rechteckfenster und Türen. Ein Gurtgesims (an Fassaden, dass zwischen den Geschossen liegt), trennte optisch das Erdgeschoss und die Obergeschosse. Im Erdgeschoss gab es einen Warteraum mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie weitere Diensträume. In den Obergeschossen waren Wohnungen für die Bahnbediensteten entstanden. Der Hausbahnsteig überdachte die ganze Gebäudelänge. Ein separater holzverschalter Güterschuppen mit Seiten und Kopframpe befand sich östlich des Stationsgebäudes. Die Gleisanlage bestand aus drei Gleisen mit einem Außenbahnsteig, der durch einen Personentunnel erreichbar war. Er entstand bei der Verlegung des zweiten Streckengleises. Dazu kamen weitere Güter- und Abstellgleise, die zum Güterschuppen führten. Ein Gleisanschluss verlief zur „Kalkwerk A.G.“ sowie zur „Ziegelei Vorgang“. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1909 führte eine Drahtseilbahn zum Kalksteinbruch Rottenberg. Im Januar 1954 installierte die Deutsche Bundesbahn (DB) ein modernes Stellwerk im Bahnhof. Am 10. September 1957 wurden die Installationsarbeiten an der neuen Oberleitung abgeschlossen. Im Oktober 2016 baute die Deutsche Bahn AG (DBAG) das Gleis am Hausbahnsteig sowie die Gütergleise zurück. Ein neuer Bahnsteig entstand. Das Empfangsgebäude wurde verkauft. Am 15. Juni 2017 nahm die DBAG das Stellwerk von 1954 aus dem Betrieb. Was hat sich verändert, was ist geblieben Der neue Eigentümer sanierte das Empfangsgebäude. An der Gleisseite wurde die Fassade des Erdgeschosses gestrichen. Der Güterschuppen und sogar der Kompressor auf dem Hausbahnsteig ist noch vorhanden. Der steinerne Wasserspender ist jedoch verschwunden.
Bilder Hösbach
Bahnhof von 1881
Luftaufnahme
Die Eisenbahn “kam” am 1. August 1881 nach Hösbach. Also 46 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Markt Hösbach hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 1.200 Einwohner (Ende 2021 waren es 13.141 Einwohner).
Bahnhof von 1881 Filmbild Hösbach 159,78

Bahnstation Hösbach

Main-Spessart-Bahn Würzburg Hbf Frankfurt (Main) Hbf Planung und Konzession